25. LiLa Spätlese ging erfolgreich über die Bühne

 

Das schreibt Bernd Durstewitz für die Grafschafter Nachrichten vom 26. 10. 2018:

 

 

Was den Hobby-Musikanten und Malern schon seit Langem recht ist, das sollte den Schriftstellern nur billig sein. In der Grafschaft macht das die „Lila Spätlese“ möglich. Die 25. Autorenlesung wurde in der ausverkauften Kornmühle in Nordhorn gefeiert.

 

Nordhorn Die „Lila Spätlese“ versammelt in der Kornmühle heimische Schriftsteller und bietet ihnen ein Podium für Lesungen in heimelig-humorvoller Atmosphäre mit gemildertem Öffentlichkeitsdruck. Das bewirken die Erfinder, Macher und Mitmacher dieses literaturfreudigen Formats: Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff, musikalisch unterstützt von Arno Heilgenberg, der heuer mit besinnlichen und rhythmisch variationsreichen Zwischenspielen auf seiner Baritongitarre zu „Mr. Bariton“ gekürt wurde. Der Erlös der Veranstaltung kommt wieder einmal dem „Förderverein Kinderklinik Nordhorn“ zugute.

 

Die 25. Auflage des Autorenforums bot im ersten Teil zwei Romanlesungen. Zunächst betrat die bekannte Poetry-Slammerin Theresa Sperling aus Nordhorn das Podium und gab in einer fulminant vorgetragenen Ballade den Auftakt zur Lesung aus ihrem neuen Roman „Penelope: Welpensterben“, dem zweiten Penelope-Band, der im Dezember erscheint. In der dramatisch geschärften Ballade geht es um eine (Kinder-) Liebe, die sich im Gefolge eines schrecklichen Autounfalls bewährt. Im Roman, einem Jugend-Thriller, wird die gestählte junge Ermittlerin Penelope in einen Fall verwickelt, der die zwielichtige Heldin auf der Suche nach dem Berliner Marienmörder in den Dunstkreis einer radikalreligiösen Sekte sowie des „Geheimen Jugendeinsatzkommandos“ und des Darknets schleust.

Die zweite Lesung leistete voller Elan ein junger Krimi-Autor aus Wietmarschen, Hendrik Klein. Er steuerte den Anfang seines Thrillers „Tödliche Gefahr“ bei, der zum Auftakt mit einem brutal-zynischen Mord in England die Grundfarbe rot vorgab. Der Personenschützer James Kolbeck, ein ehemaliger Polizist, muss sich unter erheblicher Eigengefährdung mit einer mörderischen Organisation herumschlagen. Ein ermordeter Privatermittler, eine in Osnabrück spurlos verschwundene junge Mutter, eine geschundene Zwölfjährige in einem Keller in Amsterdam sind Opfer verbrecherischer Potenz.

 

Den zweiten Teil bestritten die Hausherren selbst, indem sie ihrer Neigung zu „Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung“ Zucker gaben. Meyer-Langenhoff las eine milde Satire um den Lehrer Wittich vor, dessen Vatersein nach glorreichem Abwehrkampf dem Haustierwunsch seiner Tochter unterliegt und der sich schließlich von einem ADHS-gestörten Jack-Russel-Terrier seinen mittäglichen Pädagogenschlaf versauen lassen muss. Nach ihm präsentierte Liening einen Behörden-Sketch um einen scheinbar sturdummen und aufdringlichen Beratung-Suchenden „von Bookholt“, der einen Schalterbeamten, einen der „wahren Helden der Arbeit“, zur Weißglut treibt. Dieser Sketch, der seinen Ahnherrn Karl Valentin nicht verleugnen kann, artet in eine perfide Pointe aus.

Wie immer schlossen Lienings Bass, seine Mundharmonika und Arnos Gitarre mit einem voluminösen Blues den fast familiären Abend.

 

 

 

 

 

                Martin Liening und Mathias Meyer- Langenhoff begrüßen das Publikum

                         Martin Liening und Theresa Sperling im Gespräch

                         Theresa Sperling trägt ihren Poetry-Slam-Text  mit viel Gefühl vor

Mathias Meyer-Langenhoff im Gespräch mit Hendrik Klein

Der erste Mord geschieht schon gleich zu Beginn. Hendrik Klein liest aus "Tödliche Gefahr"

Was hat ein Hund mit dem Schlaf des Pädagogen zu tun?  Mathias Meyer-Langenhoff erklärt es in seiner Geschichte

 Martin Liening stellt Alltagshelden vor. Beratungsgespräche und ihre Tücken                                    

                                       Arnon Heilgenberg an seiner Baritongitarre

                                             Finale der 25. LiLa Spätlese

Fotos: Antonia Langenhoff

Hier findet die LiLa Spätlese statt: Kornmühle Nordhorn, Mühlendamm 1b

Neues Kinderbuch erschienen: "Wille und das Ungeheuer vom Vechtesee". Auf    www.meyer-langenhoff.de oder allen bekannten Online-Buchportalen zu bestellen.

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Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff