23. LiLa Spätlese ging erfolgreich über die Bühne

 

Der Auftakt der LiLa Spätlese mit Mathias Meyer-Langenhoff und Martin Liening im neuen Jahr mit drei Autoren aus der Region erwies sich ein weiteres Mal als Publikumsrenner. Trotz widriger Wetterbedingungen war die Kornmühle ausverkauft. Zu Gast waren die Grafschafter Autoren Tom Fuhrmann, Eleonore Sausmikat und Andreas Krzok.  Während Fuhrmann zum vierten Mal dabei war, feierten Sausmikat und Krzok Premiere auf der Kornmühlenbühne. Wie immer ging ein Teil der Einnahmen als Spende an den Förderverein der Euregio-Kinderklinik.

 

Als erster las Tom Fuhrmann aus seinem gerade erschienen dritten Roman „Die Schlussnummer“, eine bitterböse Satire über die Macht der Medien. Das Buch, wie immer rasant geschrieben, über den Comedien  Hagen Elbers reißt schon in den ersten Zeilen mit und vermittelt dem Publikum anschaulich, wie schmutzig das Mediengeschäft  ist. Launig und locker gelang es Fuhrmann seine Hauptcharaktere vorzustellen. So den skrupellosen Journalisten Wegner, der den Plan fasst,  den Comedian Hagen Elbers  „kaputtzuschreiben“.  Besonders lebendig  vermag Fuhrmann das Lebenswelt der Tourneebegleiter und ihren Umgang mit den Stars zu schildern, kein Wunder, ist Fuhrmann doch selbst jahrelang im Showbusiness auf Achse gewesen. 

 

Elonore Sausmikat gab anschließend eine ihrer zahlreichen Kurzgeschichten zum Besten,  „Die andere Seite“ , eine Erzählung  über eine Frau, die den sehnlichen Wunsch hat, den heiligen Tempel der Athena Polias zu sehen. So realistisch die Geschichte beginnt, so fantastisch wird sie fortgeführt, hat doch die Protagonistin eine  Begegnung mit der Schönheitsgöttin Athene. Sausmikat gelang es Atmosphäre und Stimmung zu vermitteln. Pointiert vortragend, vermochte sie das Publikum schnell in ihren Bann zu ziehen. 

 

Den Autorenreigen bei der 23. LiLa Spätlese vervollständigte schließlich Andreas Krzok, Journalist und genauer Beobachter des Zeitgeschehens. Er las Auszüge aus seinem schon 1988 erschienen Buch „Das Kind auf der Wiese“. Neu herausgegeben und aktualisiert im Jahre 2015 zeichnete er das Leben in der damaligen DDR in den 1950er Jahren humorvoll nach , berichtete über gemeinsame Streiche mit dem gleichaltrigen späteren Schlagerstar Frank Schöbel, der in Leipzig in dem selben Haus wie Krozks Familie lebte und vom Familienurlaub in Koserow auf Usedom inklusive abenteuerlicher Anreise in einem dunkelgrünen Opel  P-4 Baujahr 1936.  Das Publikum hörte interessiert zu und spendete reichlich Applaus.

 

Nach der Pause hatten auch die beiden  Gastgeber ihren Auftritt. Während Meyer-Langenhoff sich humorvoll mit dem inflationären Gebrauch von Füllwörtern wie “sozusagen” oder “Ich sach mal” in öffentlichen Redebeiträgen befasste,  trug Lieining  in Anlehnung an die legendären Hagenbuch – Geschichten von Hans – Dieter Hüsch in unnachahmlicher  Weise einen Text über zwei  Grafschafter Originale vor, die sich  über Sinn und Unsinn von Eisenbahnstrecken in der Niedergrafschaft streiten.   

 

Für die notwendige Erholung zwischen den Lesungen sorgte  diesmal  nicht “Generalmusikdirektor” Arno Heilgenberg, der aus privaten Gründne verhindert war, sondern Jörg Fillinger, der ihn ausgezeichnet vertrat und  gekonnt auf seiner Gitarre verschiedene, eigens für die Spätlese arrangierte Stücke, zu Gehör brachte.  Wie immer schloss der Abend mit  dem Abschlussblues.

 

                Martin Liening und Mathias Meyer- Langenhoff begrüßen das Publikum

                                               Jörg Fillinger brilliant an der Gitarre

     Tom Fuhrmann erfreut das Publikum mit seinem neuen Roman "Die Schlussnummer"

 Eleonore Sausmikat im Gespräch mit Mathias Meyer-Langenhoff über ihre Kurzgeschichte "Die andere Seite" 

         Andreas Krzok liest aus seinen Kindheitserinnerungen "Das Kind auf der Wiese"

Mathias Meyer-Langenhoff macht sich über Floskeln lustig

             Poggenburg hat neulich zugegeben. Martin Liening, der Hüsch der Grafschaft                                      

                                             Finale einer gelungenen Spätlese

                      ... und der Abschlussblues. Martin Liening und Jörg Fillinger

Fotos: Karola Langenhoff

Hier findet die LiLa Spätlese statt: Kornmühle Nordhorn, Mühlendamm 1b

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Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff