Stürmische LiLa Spätlese in der Alten Weberei

 

Nahezu 80 Zuschauer besuchten kürzlich die 33. LiLa Spätlese und trotzten dem heraufziehenden Sturmtief "Ylenia". Erneut hatten Mathias Meyer-Langenhoff und Martin Liening das bekannte Nordhorner Literaturformat aus Pandemiegründen in die Alte Weberei verlegt. Als Gastautorin war zum ersten Mal die Meppenerin Jutta Over dabei, ebenfalls Premiere hatte auf der Bühne der Alten Weberei Eddi Schmidt, der mit Akkordeon und Gitarre Generalmusikdirektor Arno Heilgenberg vertrat.

Mit warmer Stimme präsentierte Over ein abwechslungsreiches Programm aus Lyrik, kenntnisreicher Plauderei als Biologin und Musik. So trug sie z.B. aus ihrem Gedichtband „Spazierstücke“ das Poem „die weidenfrauen vom inselrhein" vor, das dem Publikum metaphorisch und stimmungsreich Eindrücke aus den Rheinauen vermittelte. Unterstützend wirkte Schmidt, der die gefühlvoll vorgetragenen Zeilen durch Hintergrundmusik begleitete. Auch die Kunst, Limerickverse zu schmieden, beherrschte sie. So gab sie zum Vergnügen des Publikums das Werk „Muschellimerickade“ zum Besten. Hier ein kleiner Ausschnitt: „Eine Flussperlmuschel aus Celle, widersetzte sich mancher Welle, kroch Meter um Meter und 20 Jahr später erreichte sie beinah die Quelle.“ Over schloss nach weiteren Gedichten mit einer humorvollen Geschichte über Stechmücken, in der ein Steinzeitmensch sich eines Angriffs der Insekten mit schmerzlichen Folgen erwehren muss, inklusive eines durch die Autorin  täuschend echt  nachgeahmtes Sirrens der kleinen Plagegeister.

 

Nach der Pause übernahmen die beiden Gastgeber wie gewohnt die Bühne. Die von Meyer-Langenhoff geschaffene und dem Publikum bereits vertraute Lehrerfigur Alex Wittig sah sich einer Überdosis klassischer Theaterliteratur mit Folgen für seine psychische Gesundheit ausgesetzt. Anschließend trug er eine passend zur Pandemiesituation ausgewählte Geschichte aus seinem Erzählband „Hagemanns Welt“ vor. Der Protagonist will seinen durch gutes Essen verformten Leib in einem Fitnesscenter in einen „Heldenkörper“ verwandeln. Martin Liening, selbst frisch gebackener Rentner, unterhielt mit seiner Geschichte „Renteneintritt“ über das neue Leben seines Helden Heinz, der lernen muss, seinen Alltag neu zu strukturieren und dabei erstaunliche Beobachtungen und Erfahrungen macht. Der Autor und Musiker beendete seinen Auftritt mit einem plattdeutsch gesungenen Rentnersong.

Eddi Schmidt, Virtuose am Akkordeon und diesmal statt Heilgenberg Brückenbauer zwischen den literarischen Beiträgen, spielte zum Finale gemeinsam mit Liening (Harp) den traditionellen Abschlussblues. 

                                    Martin LIening im Gespäch mit Jutta Over

                                                          Jutta Over liest Lyrik

                                       Ist Mathias Meyer-Langenhoff  Alex Wittig?

                                     Martin Liening singt den Rentner-Blues

                                            Eddi Schmidt und die Mandoline

Von links nach rechts: Mathias Meyer-Langenhoff, Jutta Over, Martin Liening und Eddi Schmidt.  Foto: Karola Langenhoff

Hier findet die LiLa Spätlese statt: Kornmühle Nordhorn, Mühlendamm 1b

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Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff