26. LiLa Spätlese - Jahresauftakt mit 3 Autoren

 

Der Auftakt der „LiLa Spätlese“ mit Mathias Meyer-Langenhoff und Martin Liening in der Kornmühle fand im neuen Jahr ein weiteres Mal vor ausverkauftem Haus statt. Markus Böwering und Usch Hollmann stellten ihren gemeinsam geschriebenen Roman „Wasserschloss zu vererben“ vor und Johanna Harland ihren Beitrag „Der Hannes ist weg“ aus der Anthologie „Vechtegeschichten-Vechtverhaalen“. „Generalmusikdirektor“ Arno Heilgenberg begeisterte zwischen den Lesungen einmal mehr als sensibler Interpret anspruchsvoller Gitarrenstücke. 

 

Zunächst betrat das Autorenteam Böwering und Hollmann die Bühne. In ihrem Münsterlandroman geht es um ein klassisches Adelsdrama mit amourösen Verstrickungen und familiären Konflikten, die sich jedoch nicht nur auf den westfälischen Bereich beschränken. Während Hollman nach einer kurzen Einführung in den Plot eine Dialogszene zwischen Michael Graf Lauenstein und seiner Gattin vorträgt, in der dieser ihr mitteilt, soeben erfahren zu haben Vater von Zwillingsbrüdern zu sein, entführt Böwering das Publikum nach Brasilien und stellt einen der beiden Brüder vor, der - von einem brasilianischen Familie adoptiert - sich in der Gewalt von Drogenhändlern befindet. So nimmt das wendungsreiche Drama seinen Lauf, denn die beiden Zwillinge, die in so unterschiedlichen Welten aufwachsen, der eine in Südamerika, der andere in Deutschland, lernen sich mit zwanzig Jahren kennen. Sie erfahren, dass sie eine gemeinsame leibliche Mutter in einem münsterländischen Wasserschloss hatten, um dessen Besitz munter gestritten und intrigiert wird.

 

Die zweite Lesung leistete schwungvoll Johanna Harland mit ihrem Anthologie-Beitrag „Der Hannes ist weg“. Es ist ihre erste veröffentlichte Kurzgeschichte und handelt von der abenteuerlichen Flucht des kleinen Seehundes Hannes, der dem Tierpark Nordhorn 2004 Bekanntheit über Niedersachsens Grenzen hinaus einbrachte. Erzählt aus der Sicht des Tieres rief sie bei einem Teil des Publikums Erinnerungen an die vielen Beiträge in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen wach.

 

Nach der Pause bestritten wie immer die Gastgeber selbst den Fortgang der Lesung. Während Meyer-Langenhoff das Publikum passend zum Ende der Feiertage mit einer Satire über einen Fitnessstudiobesuch seines Protagonisten Hagen Hagemann aus seinem Buch „Hagemanns Welt“ zum Lachen brachte, präsentierte Liening sich ungewohnt ernst. Er begann mit einem kurzen, nachdenklichen Stück über einen alten Mann in einem kleinen Café im Dortmunder Norden, der über die aus seiner Sicht nachlassende Lebensqualität in der Stadt schimpft und trug dann zwei Gedichte aus seiner Feder vor, die ebenfalls einen melancholischen Grundtenor offenbarten. Dem Publikum gefiel es, vor allem die abwechslungsreiche Vielfalt aller Beiträge sprach viele Zuschauer an.

 

Am Ende beschlossen Lienings Bass, seine Mundharmonika und Heilgenbergs Gitarre mit dem schon traditionellen Abschlussblues einen gelungenen Abend.

 

                                Es geht wieder los - Beginn der 26.LiLa Spältese

        Markus Böwering und Usch Hollmann lesen aus ihrem Roman

"Wasseschloss zu vererben"

                                        Johanna Harland: "Der Hannes ist weg"

Der Abschluss - Blues: Martin Liening und Arno Heilgenberg

Fotos: Karola Langenhoff

Hier findet die LiLa Spätlese statt: Kornmühle Nordhorn, Mühlendamm 1b

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Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff