27. LiLa Spätlese – Autorenformat läuft und läuft und läuft

 

Sie läuft und läuft und läuft. In Anlehnung an die schon klassische VW Käfer – Werbung aus dem Jahre 1968 ging die inzwischen 27. LiLa Spätlese erfolgreich über die Bühne der ausverkauften Kornmühle. Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff hatten Christina Gomes und Dr. Detlef Wilkens eingeladen. Sie stellten ihre Romane vor und trafen offenbar den Geschmack des Publikums, denn beide verkauften in der Pause und am Ende der Veranstaltung mehrere Exemplare ihrer Erstlingswerke. 

 

Gomes, in Portugal geboren und aufgewachsen, betrat als erste die Bühne. Ihr Roman „Berichte einer Unbekannten“ führt die Protagonistin dabei von Portugal in eine deutsche Großstadt. Hier macht die junge Frau  außergewöhnliche Erfahrungen. Dazu gehören auch dunkle Kapitel wie Drogen, Alkohol und Gewalt. Mit sympathischem, leicht portugiesischem Akzent, trug Gomes kurze Szenen aus ihrem Buch vor, in denen ernst, aber auch humorvoll und augenzwinkernd Alltagsszenen geschildert wurden. Das Publikum erlebte die Ich-Erzählerin als eine Person, die auf der Suche nach Freiheit, Unabhängigkeit und Wissen die Welt erobert.  

 

Anschließend stellte Dr. Detlef Wilkens seinen historischen Roman „Die Zeit der Inseln“ vor und entführte das Kornmühlenpublikum in die Grafschaft des Jahres 1578. Martin und Herman, zwei Augustinermönche von St. Marienwolde zu Frenswegen, geraten in ein Knäuel von Intrigen und Ränkespielen: Spanier und Niederländer, der Bischof und der Kaiser, und irgendwo dazwischen der Graf von Bentheim. Die kleine Glaubensgemeinschaft muss geschickt taktieren, denn es geht um nicht weniger als das Überleben. Zu allem Überfluss gibt es auch noch zwei mysteriöse Todesfälle, die Bruder Martin und Bruder Hermann aufzuklären versuchen. Mit sichtlichem Vergnügen las Wilkens einzelne ausgewählte Kapitel seines Romans und bot ein plastisches Bild bekannter Stätten in Nordhorn und Umgebung im 16. Jahrhundert. Die beiden Hauptcharaktere zeichnete er humorvoll und klug. Nicht zufällig fühlte sich mancher Zuhörer ein wenig an eine Grafschafter Variante des weltberühmten Romans „Der Name der Rose" von Umberto Eco erinnert.  

 

Nach der Pause bestritten wie immer die Gastgeber selbst den zweiten Teil des Abends. Während Meyer-Langenhoff das Publikum mit einer weiteren Geschichte seines Lehrers Alex Wittig erfreute, der sich nervtötender Dauerproben eines klassischen Theaterstücks erwehren muss und Hilfe im Sanatorium benötigt, nutzte Liening u.a. die Gelegenheit zur „Welturaufführung“ eines von ihm geschaffenen sechsminütigen sinfonischen Werkes für Mundharmonika über die Entwicklungsgeschichte des Mannes, höchstselbst dirigiert von „Generalmusikdirektor“ Arno Heilgenberg. Der steuerte zudem zwischen den Lesungen ausgewählte Gitarrenstücke bei. Am Ende beschlossen Liening und Heilgenberg mit dem traditionellen Abschlussblues einen gelungenen Abend und die Veranstalter konnten von den Einnahmen eine Spende für den Förderverein Kinderklinik in Höhe von 276 Euro überweisen.

              Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff eröffnen die 27.LiLa Spältese

Martin Liening im Gespräch mit Christina Gomes

                                 Christina Gomes: "Berichte einer Unbekannten"

Mathias Meyer-Langenhoff interwiet Dr-Detlef Wilkens

                     Dr. Detlef Wilkens liest aus seinem Roman "Die Zeit der Inseln"

"Generalmusikdirektor" Arno Heilgenberg nimmt den verdienten Applaus des Publikums  entgegen.

                             Mathias Meyer-Langenhoff alias Alex Wittig?

Welturaufführung des von Martin Liening geschaffenen sechsminütigen sinfonischen Werkes für Mundharmonika über die Entwicklungsgeschichte des Mannes. Dirigent: Arno Heilgenberg

                                                         Nach der Show

Fotos: Karola Langenhoff

Hier findet die LiLa Spätlese statt: Kornmühle Nordhorn, Mühlendamm 1b

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Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff