Krimi, Bach und Humor bei der LiLa-Spätlese Ja
Zur 45. Ausgabe der beliebten Lesereihe begrüßten Mathias Meyer-Langenhoff und Martin Liening diesmal zwei Autorinnen, die auf ganz unterschiedliche Weise berührende Akzente setzten. Susanne Niesporek und Yvonne Vollbrecht waren zu Gast und präsentierten dem Publikum auf der Bühne der Kornmühle ihre aktuellen Bücher.
Im Anschluss las Susanne Niesporek Auszüge aus dem von ihr initiierten Sammelband „Aria und Variationen Memento Mori – Carpe Diem“. Das Werk vereint Skizzen verschiedener Autorinnen und Autoren, die aus unterschiedlichen Perspektiven über Leben und Tod, über Musik und Kunst sowie über die besondere Rolle Johann Sebastian Bachs reflektieren. Bach (1685–1750) selbst erlebte als Familienvater extreme Höhen und Tiefen. Von seinen insgesamt zwanzig Kindern aus zwei Ehen erreichten nur zehn das Erwachsenenalter.
Begleitet von Bildern und stimmungsvollen Ausschnitten aus Bachs Goldbergvariationen trug die Autorin Auszüge aus Texten vor, die den Einfluss Bachs auf ihr eigenes Leben beschrieben. Musik, so formulierte es etwa Sebastiaan van Eck in einem der Beiträge, sei „der Sinn des Lebens“ – eine Quintessenz, die mehrere Autorinnen und Autoren des Bandes teilten. Auch humorvolle Momente fehlten nicht. So stellte ein weiterer Autor augenzwinkernd fest, nichts sei schlimmer als „eine Note, die nicht aufhören will“. Susanne Niesporek hinterließ mit ihrem ruhigen und sehr gut verständlichen Vortragsstil einen emotional berührenden Eindruck beim Publikum.
Anschließend stellte Nicole Vollbrecht Auszüge aus ihrer in der Grafschaft Bentheim spielenden Krimireihe um die Kommissarin Maria Bauer vor. Sie las Passagen aus den bereits erschienenen Bänden eins und zwei und gab zudem einen Einblick in Band drei und vier, die sich derzeit noch in Arbeit befinden. Dabei überzeugte sie das Publikum vor allem durch die authentische Atmosphäre ihrer Geschichten – etwa bei den Landschaftsbeschreibungen oder den Namen ihrer Figuren.
Die Kriminalfälle reichten von einem am Quendorfer See gefundenen Fuß bis hin zu einem Giftmord mit Eisenhut. Vollbrecht gelang es mühelos, Spannung aufzubauen und gleichzeitig ihre tiefe Verbundenheit mit der Region sichtbar zu machen. Ihrem eigenen Anspruch, die Grafschaft Bentheim in ihren Büchern „zu Wort kommen zu lassen“, wurde sie dabei vollkommen gerecht. Ihre Romane verbinden regionale Atmosphäre, lebendige Charaktere und eine große Portion Heimatverbundenheit.
Nach der Pause übernahm wieder Mathias Meyer-Langenhoff die Bühne. Mit viel Humor schilderte er die Abenteuer seiner Lehrerfigur Alex Wittig – etwa beim Besuch eines Baumarkts oder während eines skurrilen Laubsauger-Duells mit dem Nachbarn. Martin Liening steuerte ebenfalls humorvolle Beiträge bei und präsentierte wortgewandt einen Dialog über richtiges und falsches Zuhören. Zum Abschluss las er zwei Gedichte, darunter einen amüsanten Zungenbrecher über Friesen, die freitags ihre Fietsen frisieren.
Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff begrüßen das Publikum
Bärbel Grosse und Eddi Schmidt
Susanne Niesporek
Nicole Vollbrecht
Von links nach rechts: Nicole Vollbrecht, Susanne Niesporek, Bärbel Grosse, Eddi Schmidt, Martin Liening, Peter Böker und Mathias Meyer-Langenhoff