Von links nach rechts: Wolfram Hörmeyer, Mathias Meyer-Langenhoff, Arno Heilgenberg und Tom Fuhrmann. Foto: Karola Langenhoff

 

 

Nach Corona-Pause: Die 31. LiLa Spätlese in der Alten Weberei

 

Nach längerer Corona-bedingter Pause fand die 31. LiLa Spätlese in der Alten Weberei statt. Dort konnte die Veranstaltung, professionell von dem Alte-Weberei-Team mit einem Hygiene-Konzept vorbereitet, über die Bühne gehen. Die Gastautoren Tom Fuhrmann und Wolfram Hörmeyer wussten mit ihren Beiträgen das Publikum zu überzeugen. Mathias Meyer-Langenhoff moderierte den Abend allerdings ohne Martin Liening, der auf Grund einer Erkältung vorsichtshalber abgesagt hatte.

Zunächst stellte Hörmeyer sein neues Buch „Pacifics“vor. Der bühnenerfahrene Schriftsteller und Musiker führte kurz in die Hintergründe seines Romans ein. Es gehe, so Hörmeyer, um Fakten, Erfindungen und Gefahren, die heute über den Ausweg aus der ökologischen Sackgasse und über Krieg und Frieden entscheiden können. Sein Buch griff insofern die zunehmende Vermüllung und die drohenden Gefahren eines alles vernichtenden Atomkrieges auf. Es gelang ihm, diese Themen in eine spannende Romanhandlung zu kleiden und dem Publikum die Dringlichkeit der Auseinandersetzung damit eindrucksvoll vor Augen zu führen. Leo, einer seiner Hauptprotagonisten, will nichts weniger als die Welt retten bzw. eine neue schaffen. Dem Weitgereisten ist längst klar, dass die kritischen Anzeichen für ein Ende der Erde sich häufen. Er konstatiert, dass das sechste Massensterben der Arten im vollen Gange ist, Plastik die Erde überschwemmt. Der frühberentete ehemalige Lehrer fasst den Plan, mit einem neuen Verfahren eine Plastikmüllinsel zu schaffen, auf der Menschlichkeit und Nachhaltigkeit als Grundprinzipien des Lebens gelten sollen und macht sich auf die Suche nach Verbündeten. Hörmeyer gelang es, das Publikum auf seinen  Roman, in dem gut recherchierte Fakten und fiktive Aspekte zu einer spannenden Mixtur gemischt werden, neugierig zu machen.

 

Tom Fuhrmann überraschte mit einem humorvollen Beitrag. Seine Geschichte befasste sich mit dem 18. Geburtstag der Tochter seines Erzählers. Ihren Ehrentag hat der Vater verdrängt, findet er doch überraschend große Mengen Alkohol in seiner Garage vor. Der Tochter fehlt allerdings noch ein geeigneter Partyraum. Den mietet der verantwortungsbewusste Noch -Erziehungsberechtigte bei Party-Meier und stattet ihn auf Grund seines beruflichen Hintergrundes mit professioneller Licht – und Soundtechnik aus. In charmanter Übertreibung passiert, was passieren musste: Die Lautstärke ist zu groß für den kleinen Raum, es kommt zu einer Krise zwischen seiner Tochter und ihrem Freund, der eigentlich für die Aufsicht zuständige Vater trinkt ein Bier nach dem anderen und freut sich, den ihm unsympathischen Freund seiner Tochter wegen einer kurzfristig entstehenden Beziehungskrise des jungen Paares mit gekonntem Nasengriff aus dem Partyraum führen zu können. Kurzum, die ganze Veranstaltung endet im Chaos. Dem Publikum und vor allem den Vätern gefiel Fuhrmanns sympathischer Vortrag, konnte sich doch vermutlich so mancher an ähnliche Erfahrungen mit eigenen Töchtern erinnern.

 

Nach der Pause gelang es Meyer-Langenhoff mit seiner Geschichte über seine Figur Alex Wittig, seinen Zeichens Lehrer an der Micki-Krause-Gesamtschule, ebenfalls die Lachmuskeln des Publikums zu strapazieren. Die satirische Auseinandersetzung mit dem Sinn oder Unsinn mancher Corona-Verordnung, die Erlebnisse seines Lehrers mit Online-Unterricht für seine Schüler*innen sowie Seitenhiebe auf den Zustand so mancher WC-Anlagen in Schulen ließen die Gäste in der Alten Weberei schmunzeln.

 

Wie immer betätigte sich Arno Heilgenberg mit seiner Gitarre zwischen den einzelnen Beiträgen als ausgezeichneter Brückenbauer, ganz im Sinne des LiLa Spätlese Mottos  „Lesung und Livemusik“. Das Publikum, das sich begeistert zeigte angesichts der Möglichkeit, unter sicheren, Corona-gerechten Bedingungen nach langen Monaten des Wartens endlich wieder eine Kulturveranstaltung besuchen zu können, dankte den Akteuren mit großem Applaus.

 

Hier findet die LiLa Spätlese statt: Kornmühle Nordhorn, Mühlendamm 1b

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Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff