Eine Reise ins Mittelalter und um die Welt auf der 44. LiLa Spätlese

 

Zur 44. Ausgabe der beliebten Lesereihe begrüßte Mathias Meyer-Langenhoff das Publikum heute alleine, weil Martin Liening erkrankt war. Als Gastautoren waren Reinhard Prüllage und Tom Schnellhardt auf der Bühne. 

 

Musikalisch eingestimmt wurden die Besucher von Willi Esser, der mit dem bekannten Antikriegslied „Sag mir wo die Blumen sind“ begann und mit weiteren Songs aus den 70er Jahren bis zum Abschlusslied „Gute Nacht Freunde“ zum Wohlgefallen des Publikums den Liedreigen fortsetzte. Danach eröffnete Reinhard Prüllage mit seinem vor vielen Jahren für seine Kinder geschriebenen Kinderbuch „Näschen“, das er eigens für den LiLa-Spätlese-Abend hatte drucken lassen und bei ihm erworben werden kann.

 

Im Mittelpunkt steht ein kleines afrikanisches Nashorn. Die von Prüllage selbst gezeichneten Bilder, die er seinem Buch entnommen hatte und mit Hilfe eines Beamers zeigte, bildeten den Hintergrund der Geschichte einer Flucht des Nashorns aus einem Zoo mit Hilfe eines Zauberers, zu dem sich noch ein Schneemann gesellte. Prüllage gelang es, mit seiner Besitztorerfahrung die Reise der drei Hauptfiguren durch die Welt eindrucksvoll zu interpretieren. Da sich im Publikum so manche Großeltern befanden, weckte sein Vortrag reges Interesse, zumal er zudem betonte, wie wichtig es sein, Kindern aus Büchern vorzulesen.   

 

Anschließend stellte Tom Schnellhardt seinen Roman „Der Hexer von Scheerhorn" vor. Er las das erste Kapitel seines Buches, in dem zwei Niedergrafschafter Landwirte im Wald ein altes Schwert und ein Buch aus dem Mittelalter finden, in dem eine unglaubliche Geschichte erzählt wird. Zur ersten Einordnung und kurzen Übersicht, wie Schnellhardt betonte, gab er zunächst eine kurze Zusammenfassung des Klappentextes zum Besten. Dies ist eine Geschichte voller Liebe, Hass, Eifersucht, Mord und Rache, erklärte er. Ort des Geschehens sei eine Gegend, in der sich sonst Fuchs und Hase gute Nacht sagten. Reisen Sie achthundert Jahre zurück in der Zeit und begleiten Sie einen Mann bei dem Versuch, seine Familie zu retten, lud Schnellhardt das Publikum ein. Das erste Kapitel trug er dann auch zum Vergnügen der Besucher abwechslungsreich mit verschiedenen Stimmen und im Niedergrafschafter Idiom vor. Auch wenn, wie er erläuterte, er sich dann weitgehend einer plattdeutschen Schriftsprache bediente, um es dem Leser und sich selbst zu erleichtern.  

 

Nach der Pause trat Mathias Meyer-Langenhoff ans Mikrofon und ließ seine pensionierte Lehrerfigur Alex Wittig über den Radverkehr und die nur selten Regeln einhaltenden E-Rollerfahrer schimpfen. Wegen der Abwesenheit von Liening las er anschließend aus dem ersten Kapitel seines neuen Romanmanuskriptes mit dem Arbeitstitel „Lasst es euch gutgehen - Die Geschichte meiner Mutter“.  Es wird im Laufe des Jahres erscheinen und ist sein bisher persönlichstes Buch. Im Mittelpunkt steht das Leben seiner Mutter als Kriegskind.  Wie immer geht nach Abzug der Unkosten ein großer Teil der Einnahmen als Spende an den Förderverein der Kinderklinik.   

 

             Mathias Meyer-Langenhoff und Willy Esser

                                              Willy Esser in Aktion

                            Mathias Meyer-Langenhoff und Reinhard Prüllage

                                                   Tom Schnellhardt

 Von links nach rechts: Mathias Meyer-Langenhoff, Reinhard Prüllage,                                      Tom Schnellhardt, Peter Böker und Willy Esser                                            

Hier findet die LiLa Spätlese statt: Kornmühle Nordhorn, Mühlendamm 1b                                                                    Die Kornmühle liegt im Herzen der Nordhorner Innenstadt. Urkundlich erwähnt wurde die Kornmühle erstmals im Jahre 1396. Seit Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Wasserkraft der Vechte am Standort Nordhorn zum Kornmahlen genutzt. Wann das erste Mühlengebäude errichtet wurde, ist nicht genau bekannt. Das jetzige Mühlengebäude stammt vermutlich aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Der Abschlussstein in der Vorderfront links oberhalb der Eingangstür besagt: "Ab ovo Renovata Anno MDCCXCII", übersetzt heißt das "von Grund auf renoviert anno 1792". Im Jahre 1873 wurde zusätzlich der Betrieb einer Sägemühle aufgenommen, die im Ersten Weltkrieg auch zur Erzeugung von Elektrizität genutzt wurde. 1931 erfolgte die Umstellung vom Wasserrad auf Turbinenkraft. Mittels dieser Neuerung wurde u. a. Roheis hergestellt. 1970 wurde der wirtschaftliche Betrieb eingestellt. Im Jahr 1989 wurde die Mühle restauriert und von der Stadt Nordhorn übernommen. Heute dient die Kornmühle als Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen

Druckversion | Sitemap
Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff